Hart in der Sache, weich zur Person
Auch: hart in der Sache, weich zu den Menschen, Fortiter in re, suaviter in modo
Der Grundsatz heißt: Bleiben Sie bei Ihren Interessen standhaft und gehen Sie mit der Person respektvoll um. Er stammt aus „Getting to Yes“ von Fisher und Ury. Das Motto ist älter: Claudio Acquaviva formulierte es um 1606 als „Fortiter in re, suaviter in modo“.
Herkunft
Claudio Acquaviva (1543–1615) war der fünfte Generalobere des Jesuitenordens. Von ihm stammt das lateinische Motto „Fortiter in re, suaviter in modo“: stark in der Sache, mild in der Art. Roger Fisher und William Ury machten den Gedanken 1981 in „Getting to Yes“ (deutsch: „Das Harvard-Konzept“) zu einem Grundsatz des Verhandelns.
Was er bedeutet
Trennen Sie Sache und Person. Das heißt nicht, die Person zu ignorieren und nur über die Sache zu sprechen. Es heißt: Ihr Gegenüber ist kein schlechter Mensch, weil es Ihnen ein schlechtes Angebot macht. Und ein schwaches Angebot wird nicht besser, weil Ihnen Ihr Gegenüber sympathisch ist.
Warum er sich auszahlt
Menschen reagieren auf grob unfaires Verhalten mit Abwehr, nicht mit Zugeständnissen. Deshalb lohnt sich ein freundlicher Umgang auch dort, wo die Beziehung keine Rolle spielt, etwa beim einmaligen Kauf. Umgekehrt dürfen Sie in der Sache nicht nachgeben, nur um auf das Beziehungskonto einzuzahlen.
So wenden Sie ihn an
- Sprechen Sie über Interessen und Kriterien, nicht über Eigenschaften des Gegenübers.
- Sagen Sie klar Nein, ohne die Person anzugreifen.
- Emotionen dürfen Sie zeigen, etwa mit einem Flinch. Verbinden Sie sie aber nicht mit einem persönlichen Angriff.
- Wird es persönlich, wechseln Sie die Ebene: Labeling, Die Drohne steigen lassen oder Verhandlungsjudo.
Häufige Fragen
Woher stammt „hart in der Sache, weich zur Person“?
Das Motto geht auf Claudio Acquaviva zurück, den fünften Generaloberen der Jesuiten, um 1606: „Fortiter in re, suaviter in modo“. Fisher und Ury machten es 1981 in „Getting to Yes“ zum Grundsatz des Verhandelns.
Heißt „weich zur Person“, nachzugeben?
Nein. Weich zur Person heißt respektvoll im Umgang. In der Sache bleiben Sie bei Ihren Interessen. Zugeständnisse gibt es nur gegen Gegenleistung.
Gilt der Grundsatz auch in harten Preisverhandlungen?
Ja. Auch in reinen Verteilungsverhandlungen führt unfaires Verhalten zu Abwehr statt zu Nachlässen.
Quellen: Acquaviva, C.: Industriae ad curandos animae morbos (2,4). · Fisher, R./Ury, W. (1981): Getting to Yes. Boston.
Ausführlich im Blog: Liebe und Hass auf dem Basar
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